Technologie

Paradigmenwechsel durch maßgefertigte Linsen und Femtosekundenlaser

Auch in der Linsenchirurgie ist Brillenfreiheit das designierte Ziel: Neue Entwicklungen bei den intraokularen Implantaten und den Operationstechniken (Femtokatarakt- und Kleinstschnitttechnologie) haben im Bereich der Katarakt- und refraktiven Linsenchirurgie zu einem Paradigmenwechsel geführt. Es geht nicht mehr nur darum, den Grauen Star zu beseitigen. Emmetropie (ein Leben ohne Brille), Implementierung notwendiger (Makulafilter) und gewünschter (Multifokalität, asphärische Linse) Zusatznutzen ist das Ziel innovativer Operateure.

Wir setzen den Femtosekundenlaser bereits seit 2012 ein.

Wir können aus einem Portfolio von 25 verschieden Linsentypen wählen und so jede Linse individuell auf die Bedürfnisse unserer Patienten anpassen. Dabei überlassen wir die Kalkulation der Linsen nicht den üblichen Computerprogrammen, sondern geben Sie in die Hände unserer erfahrenen Ingenieure für Augenoptik. So können wir sogar die Eigenheiten des jeweiligen Operateurs bei der Berechnung berücksichtigen. Dieses „Fine-Tuning“ der OP-Qualität erfolgt nur in ganz wenigen Zentren weltweit. Viele unserer Linsen werden individuell für den Patienten angefertigt.

Nachfolgend geben wir Ihnen einen Überblick über die unterschiedlichen Arten von Linsen und deren Vorteile.

Innovative Intraokulare Linsen

Standardlinsen

Bei der Standardbehandlung des Grauen Stars wird der Patient mit einer klaren monofokalen Kunstlinse versorgt. Diese hat die Aufgabe, die natürliche Linse zu ersetzen und so wieder zu einem scharfen und ungetrübten Sehen zu verhelfen.

Premium Linsen

Die Forschung macht es möglich, dass neben Standardlinsen inzwischen verschiedene künstliche Linsen entwickelt wurden, die dem Patienten zusätzliche Sicherheit und einen hohen Nutzen bieten und den individuellen Ansprüchen gerecht werden. Für die Auswahl der für den jeweiligen Patienten geeigneten Linse bedarf es einer sehr genauen Untersuchung und einer individuellen Analyse Ihrer persönlichen Erwartungen und Ansprüche an Ihr Sehvermögen. In einem ausführlichen Beratungsgespräch werden wir die für Sie optimale Linse ermitteln

Sogenannte Filterlinsen verfügen neben einem UV-Filter zusätzlich über weitere spezielle Eigenschaften. Diese stellen einen erhöhten Schutz gegen das aggressive kurzwellige blaue Licht dar. Schon seit vielen Jahren ist bekannt, dass insbesondere dieses blaue, besonders energiereiche Licht, die Netzhaut schädigen kann.

Auch die natürliche Augenlinse absorbiert das blaue Licht mit zunehmendem Alter vermehrt und hält es von der Netzhaut fern. Dadurch bildet sich in der natürlichen Linse ein gelber Farbstoff, der wie ein natürlicher Filter wirkt. Das schädliche blaue Licht wird absorbiert und die Netzhaut geschützt.

Wenn die natürliche Linse nun im zunehmenden Alter trüb geworden ist (Grauer Star) und durch eine neue künstliche Standardlinse ausgetauscht werden muss, wird dadurch auch die natürliche Schutzfunktion gegen das blaue Licht mit entfernt. Das energiereiche blaue Licht kann so folglich fast ungefiltert bis auf die Netzhaut durchdringen und diese dauerhaft schädigen.

Aus diesem Grund wurden Filterlinsen mit einem Blaulichtfilter entwickelt. Der Blaulichtfilter entspricht der natürlichen Linsenfärbung und ersetzt deren Schutzfunktion vor dem gefährlichen blauen Licht. So wird die Netzhaut effektiv geschützt und schwerwiegende Netzhautschäden können vermieden werden.

Eine weitere Gruppe hochmoderner Linsen sind die sogenannten asphärischen Linsen. Sie sind gegenüber der Standardlinse von deutlich höherer optischer Qualität. Die besondere optische Wirkung solcher Linsen wird durch eine spezielle Linsengeometrie erreicht. Diese bewirkt, dass die Linse in Ihrem Verlauf von innen nach außen immer mehr abflacht.

Ergebnis dieser Optimierung ist, dass eintreffende Lichtstrahlen mit höchster Präzision gebündelt werden und sie in einem Punkt auf der Netzhaut zusammentreffen, sodass auf dieser ein schärferes Bild als mit einer Standardlinse entsteht. In der alltäglichen Praxis erreicht man daher mit einer asphärischen Linse ein besseres Kontrast- und Nachtsehen.

In Verbindung mit dem MICS-Operationssystem sind Kleinstschnittlinsen die zurzeit fortschrittlichste Umsetzungstechnik zur Behandlung der Katarakt. Mit Kleinstschnittlinsen sind nur noch minimalste Einschnitte von 1,8 mm notwendig, um den gesamten Eingriff durchzuführen.

Die Verringerung der Schnittgröße auf 1,8 mm durch die Kleinstschnittlinse bietet somit eine maximal sichere und zuverlässige Operation. Der Eingriff ist weniger invasiv, was zu einem verbesserten Wohlbefinden der Patienten führt. Heilung und Erholung der Augen erfolgen schneller.  Bei größeren Schnitten gelegentlich auftretende Stabsichtigkeit, die Sehstörungen hervorrufen kann, wird sicher vermieden.

Klinische Studien belegen die Vorteile durch die komplikationslose Implantation der Linse aufgrund des  Minimalschnittes von 1,8 mm, wie auch die hervorragende postoperative Stabilität sowie die dauerhaft gute Sehschärfe.

Die innovative Oberflächenform der torischen Linse ermöglicht neben Korrektur von Kurz- oder Weitsichtigkeit auch die einer Hornhautverkrümmung. Nach einer speziellen Voruntersuchung erfolgt die individuelle Berechnung der Kunstlinsen Vorder- und Rückfläche. Die Brechkraft der Linse wird in jedem Linsenmeridian individuell zum Auge ausgewählt. Diese Linsen werden grundsätzlich individuell nach Maß angefertigt.

Der Einsatz einer solchen Linse ist somit mehr als ein rein medizinischer Eingriff bei Vorliegen des Grauen Stars. Denn durch die Befreiung von der Brille gewinnen Sie ein Stück Lebensqualität hinzu.

Moderne Multifokallinsen ermöglichen durch ein besonderes Optikdesign schon heute eine weitgehende Unabhängigkeit von der Brille. Diese Linsen haben zwei bis drei Brennpunkte und ermöglichen es so, dass der Patient damit sowohl in der Ferne, als auch in der Nähe scharf sehen kann und in der Regel unmittelbar nach der Operation keine Brille mehr benötigt. Trifokallinsen bieten dem Patienten zusätzlich ein gutes Sehen im intermediären Bereich.

Zunächst wurden Multifokallinsen ausschließlich Menschen mit Grauem Star eingesetzt. Doch die spezielle Linsenoptik bietet ein so gutes Kontrastsehen und eine so geringe Blendempfindlichkeit, dass sie inzwischen von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA auch für die Therapie kurz- oder weitsichtiger und / oder alterssichtiger Patienten zugelassen wurde. Damit können sich nun auch Menschen, die für eine LASIK nicht in Frage kommen, den Traum von einem Leben ohne Brille erfüllen.

Die Optik der von sehkraft verwendeten Multifokallinse kombiniert die Vorteile von bislang nur separat verwendeten optischen Prinzipien. So wird die Sehqualität z.B. mithilfe der so genannten Apodisierung optimiert. Diese technische Innovation wird in der Mikroskopie angewendet und schafft weiche Bildübergänge von nah auf fern oder umgekehrt, minimiert Streulichteffekte und steigert die Lichtausbeute auf über 90 Prozent. Selbst kleinste Buchstaben können wieder entziffert werden und bekannte Gesichter auf der anderen Straßenseite werden mühelos erkannt.

ist eine Kunstlinse, deren Brechkraft, nach dem Linsentausch durch Bestrahlung mit UV-Licht "feinjustiert" wird. So können Restfehlsichtigkeiten ohne einen weiteren Eingriff korrigiert und ein optimales Sehen erzielt werden.

Das Besondere der LAL ist das außergewöhnliche Material, aus dem sie gefertigt wird. Eine herkömmliche Kunstlinse besteht aus einem Kunststoff dessen Form später nicht mehr verändert werden kann. Die LAL dagegen besteht zu einem großen Teil aus photosensitiven Silikonmakromeren. Durch Bestrahlung mit UV-Licht bilden sich aus den Makromeren am Ort der Bestrahlung Polymere (Polymerisierung), so dass dieses Material gezielt verformt und dadurch die Brechkraft der Linse verändert werden kann. Diese Polymerisierung führt man in der Regel ca. 3 Wochen nach der OP durch. Bis dahin muss der Patient zur Verhinderung ungewollter Veränderungen in der Linse ständig eine starke UV-Schutzbrille tragen. Korrigiert werden können sphärische und zylindrische Restrefraktionen in Umfang von 2 dpt.

Eine Phake Linse ist eine zusätzliche Linse, wie eine Kontaktlinse. Im Gegensatz zur Kontaktlinse wird die Phake Linse allerdings in das Auge eingesetzt und bleibt nicht auf der Hornhautoberfläche. Diese Speziallinse ist weich, klein und wird vor der natürlichen Linse platziert. Die Phake Linse kann starke Kurz-, Weit- und Stabsichtigkeit korrigieren.

Sie besteht aus einem einzigartigem Material namens Collamer™. Dieses hat eine Vielzahl von speziellen Eigenschaften, wobei die herausragendste Eigenschaft sicherlich die gute Verträglichkeit ist. Das Material wird vom Körper angenommen und nicht als Fremdkörper empfunden, sodass es nicht zu einer Abstoßungsreaktion kommen kann. Weiterhin steht das Material für optische Klarheit, Haltbarkeit und Flexibilität.

Die von sehkraft verwendete Phake Linse ist das Resultat jahrelanger Forschung und Entwicklung in Anlehnung an die Erfahrungen mit den Intraokularlinsen, die bei der Kataraktoperation eingesetzt werden. Bei der Phaken Linse wird Ihre natürliche Linse erhalten, da das Implantat zur Korrektur davor gesetzt wird. Die phake Linse ist seit 1993 auf dem Markt und ein streng geprüftes Verfahren zur Korrektur der Fehlsichtigkeit. Die Implantation einer solchen Linse ermöglicht Ihnen wieder ein gutes Sehvermögen ohne Brille und Kontaktlinse.

Hier erfahren Sie mehr!

Femtosekundenlaser-unterstützer Linsentausch

Der Femtosekundenlaser, der bei der Korrektur der Fehlsichtigkeit (Femto-LASIK) seit Jahren für die hohe Sicherheit sorgt, hat nun endlich auch Einzug in die Kataraktchirurgie, den Linsentausch zur Behandlung des Grauen Stars und den refraktiven Linsentausch gehalten.

Der Laser nimmt dem Operateur das Skalpell aus der Hand uns sorgt dadurch für eine bisher nie erreichte Präzision. Als einziges Zentrum in Köln und eins von nur wenigen Zentren in Deutschland haben die sehkraft Zentren in Köln und Berlin bereits seit Sommer 2012 Zugriff auf diesen Super-Laser. Nachdem wir verschiedene Systeme getestet haben, haben wir uns für den LensAR entschieden.

Bei der herkömmlichen Operationstechnik muss die Hornhaut mit einem Skalpell eingeschnitten und die Linsenkapsel an der Vorderseite mit einem Instrument kreisrund eröffnet werden. Der harte Kern wird mittels Ultraschall verflüssigt und abgesaugt bevor die künstliche Linse eingesetzt wird. Die Schnitte und das Zerkleinern der Linse übernimmt jetzt der Laser.

Diese winzigen Schnitte sind mit dem Femtosekundenlaser viel präziser als sie der geübteste Operateur je durchführen könnte. Das ist besonders für die perfekte Positionierung von Multifokal-Linsen, die gleichzeitig auch die Lesebrille überflüssig machen, oder torischen Linsen, die die Hornhautverkrümmung korrigieren, essentiell.

Zusätzlich ist die Energie, die der Laser zu Verflüssigung der Linse benötigt deutlich geringer, so dass der Eingriff schonender ist und die eh schon kurze Heilungsphase noch weiter verkürzt werden kann.

Die Kombination aus Premiumlinsen und Femto-Linsentausch ist die Basis für die Behandlung des Grauen Stars in bisher nie erreichter Präzision.

Planungsbildschirm

Durch die bildgestützte Computersteuerung vieler Teilschritte der OP, ist der Eingriff heute besser planbar denn je. Die Planung der OP mit dem Femtosekundenlaser erfolgt auf den 1000stel mm genau.

Für Sie bedeutet das eine Reduzierung der Komplikationsrate und eine Erhöhung der Genauigkeit und Vorhersagbarkeit des operativen Ergebnisses.

Ihre Vorteile im Überblick

  • 100 %ig präzise, standardisierte Laserschnitte
  • Perfekte Kapsulorhexis (Eröffnung der Linsenkapsel) und dadurch optimale Positionierung der Linse
  • schonende Behandlung
  • 90 % weniger Ultraschallenergie
  • Präzisere Ergebnisse
  • schnellere Heilung

Hier können Sie sich den Unterschied zwischen der herkömmlichen Methode und dem modernen Femtosekundenlaser- unterstützen Linsentausch ansehen. (aktuell leider nur in englisch)