In der Vorbereitung auf die kommende Weltcup-Saison hat sich Michael Greis im Herbst bei uns lasern lassen.
Mit Laser OP in die neue Weltcup-Saison
MedicalSportsNetwork / succidia AG Darmstadt im Gespräch mit Michael Greis
Publikation vom 29. Januar 2009
MedicalSportsNetwork:
Michael Greis gehört zu den erfolgreichsten Biathleten weltweit. Der 32-jährige Bayer ist dreifacher Olympiasieger und Weltmeister. 2006/07 konnte er den Gesamtweltcup für sich entscheiden. Aufgrund einer Hornhautverkrümmung war Michi Greis jahrelang auf Kontaktlinsen angewiesen, bis er sich im MSN: Michi Greis, dreimal Gold bei Olympia, Gesamtweltcupsieger und Weltmeister im Biathlon. Was ist das Faszinierende am Biathlon? Wie kamen Sie dazu?
M. Greis: Das Besondere am Biathlon ist, dass zwei unterschiedliche Disziplinen miteinander verbunden werden. Zum einen das Laufen, welches sich durch eine ungeheuere Dynamik auszeichnet, zum anderen das Schießen, bei dem Präzision und Ruhe wichtig sind. Beides zusammen ist sehr faszinierend. Schon als ich das erste Mal als Kind mit dieser Sportart in Kontakt kam, hat es mich erwischt. Ich wusste sofort, dass ich Biathlon machen wollte und die Begeisterung hält bis zum heutigen Tag an.
MSN: Das Thema Sport und Sehen ist äußerst interessant und betrifft sehr viele Sportler, vom Profis bis zum Amateur. Sie selbst trugen bei Wettkämpfen lange Zeit Kontaktlinsen. Hatten Sie damit Probleme? Was hat Sie daran gestört?
M. Greis: Das Tragen von Kontaktlinsen war keine optimale Lösung für mich. Ich habe relativ wenig Tränenflüssigkeit, beim Sport musste ich sauerstoffdurchlässige Linsen tragen. Gerade mit meinem linken Auge hatte ich Probleme, ich habe es nie richtig vertragen. Daher habe ich dann auch nur eine Kontaktlinse getragen und beim linken Auge darauf verzichtet. Es war zwar okay, aber eben nicht ideal, denn eine Kontaktlinse ist halt doch ein Fremdkörper.
MSN: Herbst 2008 ließen Sie die Hornhautverkrümmung operativ korrigieren. Wie kamen Sie auf die Idee einer Augenlaserung? Haben Sie im Vorfeld Bedenken gehabt?
M. Greis: Ich wusste, dass Tobias Angerer und Toni Lang auch schon eine Augen-OP gemacht haben. Toni Lang hatte z.B. auch eine Hornhautverkrümmung und hat mir dazu geraten. Nachdem ich mich dann über das LASIK-Verfahren informiert habe, suchte ich nach Fachleuten auf diesem Gebiet. Jochen Behle gab mir den Tipp, zum Augenzentrum Maus in Köln zu gehen, da dort erfahrene Fachleute sind und modernste Technologie vorhanden ist. Natürlich hatte ich Bedenken im Vorfeld, immerhin ist es ja ein operativer Eingriff und das Sehen ist wichtig, gerade auch in meiner Sportart. Aber zum Glück waren die Bedenken völlig grundlos.
Herbst 2008 einer Augen-OP unterzog.
MSN: Wie verlief die OP, was können Sie uns über die OP ganz allgemein sagen? Wann waren Sie wieder „fit“ und konnten Sport treiben?
M. Greis: Die OP verlief völlig problemlos, trotzdem muss man sich danach ein wenig schonen. Das Training konnte ich aber schon nach zwei Tagen ohne Einschränkungen wieder aufnehmen. Ich habe aber versucht mich in den Tagen nach der OP auch weiterhin zu schonen. Bei älteren Laser-Methoden wäre ich wahrscheinlich länger außer Kraft gesetzt gewesen.
MSN: Wie ist Ihre Augenleistung nach der OP? Welche Auswirkungen hat die Sehstärke auf die Ausübung Ihrer Sportart? Wirkt sich die gesteigerte Sehkraft leistungssteigernd aus?
M. Greis: Mit der Leistungssteigerung ist das so eine Sache. Es ist immer schwierig zu sagen, ob sich die eigene Leistung verbessert. Klar ist aber, dass besseres Sehen die Grundlage für besseres Schießen ist. Nach der OP musste ich mich beim Schießen nicht mehr konzentrieren, scharf zu sehen. Das ist schon eine riesige Erleichterung. Vor der OP lag meine Sehkraft bei 80% ohne Kontaktlinsen, jetzt bei 120 % . Natürlich hat das Auswirkungen auf meinen Sport. Man tut sich einfach leichter und es ist angenehmer.
MSN: Was glauben Sie, warum viele Sportler, die auf Sehhilfen angewiesen sind, sich mit der Möglichkeit einer Augen-OP nicht auseinandersetzten? Spielt Angst eine Rolle? Auf was sollten Sportler achten, wenn sie sich zu einer OP entschließen?
M. Greis: Im Endeffekt muss jeder für sich entscheiden, was er macht oder was er nicht macht. Ich glaube aber, dass sich mittlerweile ziemlich viele Sportler die Augen lasern lassen, vor allem, weil viel Aufklärung betrieben wird, was sehr wichtig ist. Ich kenne auch einige Sportler, die eine OP erst nach ihrer Karriere machen wollen. Es kommt natürlich aber auch immer darauf an, welche Sportart betrieben wird und wie wichtig gutes Sehen in der jeweiligen Sportart ist. Unsicherheit oder vielleicht sogar auch Ängste sind vollkommen normal. Diese Ängste sind aber dann unbegründet, wenn man sich in qualifizierte Hände begibt. Daher ist es ganz wichtig, sich im Vorfeld genau zu informieren. Man sollte lieber ein paar Euro mehr ausgeben. Dafür kann man dann aber auch sicher sein, dass alles optimal verläuft. Man sollte sich zu einem Spezialisten begeben, der über Erfahrung und die neuste Technologie verfügt. Dann kann eigentlich nichts schief gehen. Die Möglichkeiten sind enorm. Mittlerweile kann man sogar die Kontrastfähigkeit und die Nachtsicht stärken.