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Linsentausch

Neue Linsen ersetzen sogar auch die Lesebrille

CLE

Bei der Clear Lens Extraction wird die natürliche Augenlinse entfernt und durch eine etwas kleinere künstliche Linse ersetzt. Das Verfahren ist identisch mit der Operation des Grauen Stars, dem häufigsten operativen Eingriff in der Augenchirurgie. Es ist deshalb außerordentlich standardisiert und sicher. Der Unterschied zur Katarakt OP liegt darin, dass die Linse beim jungen Menschen noch klar ist, deshalb auch "Clear Lens Extraction" oder CLE.

 

Prelex (Presbyopic Lens Exchange)

Unter Prelex versteht man eine CLE bei der die natürliche Linse entfernt und durch eine multifokale oder akkommodative Kunstlinse ersetzt wird. Endlich kann nun auch Presbyopie bzw. der altersbedingte Verlust der Lesefähigkeit durch diese Operation ausgeglichen werden.

Die Operation

Zunächst wird das Auge lokal betäubt. Im ersten Schritt wird die körpereigene Linse entfernt. Dazu wird durch einen kleinen nur 1,8 bis 2,2 mm großen peripheren Einschnitt die vordere Hülle (vordere Kapsel) der menschlichen Linse kreisförmig geöffnet. Durch diese kleine Öffnung wird der Linsenkern dann mittels Ultraschall aus dem Kapselsack zerkleinert und abgesaugt (Phakoemulsifikation), wobei die natürliche Hülle der Linse erhalten bleibt.

Anschließend wird die entfernte Linse durch eine Kunstlinse ersetzt. Die Stärke der neuen Linse wurde, basierend auf präzisen Ultraschallmessungen, vor der Operation genau berechnet. Jeder Patient erhält eine eigens für ihn angepasste Kunstlinse, die eine lebenslängliche Haltbarkeit hat und eine Katarakt OP im Alter überflüssig macht.

Diese Kunstlinse wird durch die kleine periphere Öffnung mit einem speziellen Instrument in den vollständig geleerten Kapselsack "injiziert". Sie ersetzt nun die körpereigene Linse.

Die Operation ist schmerzfrei und risikoarm. Sie dauert nur ungefähr 10 Minuten und wird in der Regel unter örtlicher Betäubung ambulant durchgeführt.

Anschließend wird das Auge verbunden. Bereits am Tag nach der Operation ist Ihr Sehvermögen gut. Die endgültige Stabilität wird aber erst nach 4 Wochen erreicht.

Das zweite Auge wird meistens im Abstand von einigen Tagen operiert.

 

sehkraft implantiert aktuell folgende Linsentypen:

Crystalens HD
Restore
MI 60

 

 

Chancen&Risiken

Die CLE ist identisch mit der Katarakt Operation, dem häufigsten operativen Eingriff in der Augenchirurgie. Das Verfahren ist deshalb außerordentlich standardisiert und sicher. Trotzdem bestehen auch hier, wie bei jedem anderen medizinischen Eingriff auch, gewisse Risiken.

Das Risiko ernsthafter Komplikationen ist bei richtiger Indikationsstellung als äußerst gering einzuschätzen. Das Risiko an einem solchen Eingriff zu erblinden, ist nahezu ausgeschlossen.

Bitte bedenken Sie, dass eine multifokale Kunstlinse nicht die Bildqualität bieten kann, die mit der natürlichen Augenlinse und zusätzlicher Brillenkorrektur erreicht wird. Sie soll sie unabhängig von Brille oder Kontaktlinsen machen und dabei eine brauchbare Sehschärfe in Ferne und Nähe zu ermöglichen.

 

Halos und Glare

Vor allem bei Dämmerung oder Dunkelheit und damit weiter Pupille kann es durch Lichtbrechung am Rand der Kunstlinse zu vermehrter Blendung kommen. Dies kann zu ähnlichen Erscheinungen während nächtlicher Autofahrten führen, wie sie Träger von harten Kontaktlinsen kennen.

 

Nachstar

Bei Techniken, die Teile der Linsenkapsel (besonders die hintere Kapsel) als Stützstruktur im Auge belassen, kann es zu einer feinen Trübung, dem sogenannten Nachstar, kommen. Diese kann man ohne Betäubung mit dem YAG-Laserstrahl beseitigen. Glücklicherweise sind Komplikationen beim kompetenten Augenchirurgen sehr selten und können in den meisten Fällen beherrscht werden.

 

 

Kosten

Die Kosten für die Entfernung der Augenlinse und den Ersatz durch eine künstliche Linse liegen ja nach Linsentyp zwischen € 2.500 und 2.700 pro Auge.

Sie werden von den Krankenkassen nur dann übernommen, wenn bei Ihnen eine Trübung der Augenlinse, ein sog. Grauer Star, besteht. Wählen Sie die Operation lediglich, um auf eine Brille verzichten zu können, so gilt der Eingriff als refraktiv chirurgischer Eingriff und ist damit leider nicht erstattungsfähig.

 

 

Antworten auf Ihre Fragen

Wie sicher ist die Phakoemulsifikation?

Die Phakoemulsifikation ist die erfolgreichste Behandlung in der Augenchirurgie. In 95% der Fälle gelingt der Eingriff ohne Probleme. Die Komplikation von Entzündungen und Wundheilungsstörungen liegt weit unter einem Prozent. In diesen Fällen ist es nötig, in der Heilungsphase besondere Medikamente und Augentropfen einzunehmen.

Für wen sind multifokale Kunstlinsen geeignet?

Multifokale Kunstlinsen werden vor allem bei Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit bei gleichzeitig bestehender Altersweitsichtigkeit angewandt.

 

Für wen sind Multifokale Kunstlinsen nicht geeignet?

Grundsätzlich ungeeignet sind Patienten mit chronisch fortschreitenden Augenerkrankungen wie z.B. grünem Star (Glaukom) und gewissen Netzhauterkrankungen.

 

Ist eine Nachbehandlung möglich?

Ja. Eine bestehende Restfehlsichtigkeit kann einige Wochen nach Implantation der Linse durch eine LASIK korrigiert werden. Außerdem kann die Linse ausgetauscht werden.