Unabhängig von Brille oder KontaktlinseTrotz extremer Fehlsichtigkeit

Phake Linsen werden unter Erhalt der körpereigenen Linse implantiert und sind eine Option für Menschen, deren Linse die Fähigkeit zur Akkommodation noch nicht verloren hat und die entweder aufgrund starker Fehlsichtigkeit oder einer Kontraindikation nicht für die LASIK geeignet sind.

Mithilfe dieser Linsen können wir Kurzsichtigkeit bis -18,0 Dioptrien, Weitsichtigkeit bis +10,0 Dioptrien und in der torischen Variante noch zusätzlich Hornhautverkrümmung bis zu  -6,0 Dioptrien präzise korrigieren.

Bei dieser Methode wird die Kontaktlinse, die Ihre Fehlsichtigkeit dauerhaft korrigiert, nicht wie üblich auf die Hornhaut gesetzt, sondern direkt ins Auge implantiert. Da Ihre natürliche Augenlinse erhalten bleibt, funktioniert auch die Fähigkeit des Auges, sich auf nahe Gegenstände einzustellen (Akkommodation), weiterhin.




Um die Linse zu implantieren, wird das Auge am oberen/äußeren Rand der Hornhaut über ca. 2,8 mm eröffnet. Durch eine feine Kanüle wird die aufgerollte Linse in das Augeninnere platziert, sie faltet sich auf und wird vom Operateur in die richtige Position gebracht. Der feine Tunnelschnitt schließt sich durch den Augeninnendruck von selbst.




Die Operation ist schmerzfrei und risikoarm. Sie wird in der Regel ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt und dauert nur ca. 15 Minuten. Anschließend wird das operierte Auge durch einen Verband geschützt, der bereits einen Tag nach der Operation wieder entfernt wird.




In aller Regel können die Patienten bereits am ersten Tag sehen. Die volle Sehleistung wird nach ca. 4 Wochen erreicht. Grundsätzlich operieren wir beide Augen im Abstand von wenigen Tagen.

Es gibt unterschiedliche Linsentypen, die unter Erhalt der körpereigenen Linse (griechisch: phakos) implantiert werden können. Je nachdem, ob sie vor die Regenbogenhaut in die Vorderkammer des Auges oder dahinter und vor die eigene Linse implantiert werden, spricht man von Vorder- und Hinterkammerlinsen. Alle Linsen bestehen aus in höchstem Maße bioverträglichen Materialien, die sich flexibel verarbeiten lassen.




Wir werden nach einer eingehenden Untersuchung Ihrer Augen und ausführlicher Besprechung Ihrer Erwartungen und unseren Möglichkeiten mit Ihnen zusammen das für Sie optimale Verfahren und den geeignetsten Linsentyp festlegen.

Sollten sich die Brechungsverhältnisse des Auges später einmal ändern, kann die Linse problemlos ausgetauscht oder wieder entfernt werden.

Sie spüren die implantierte Linse nicht und benötigen nach der Operation in der Regel weder Brille noch Kontaktlinsen - ein enormer Gewinn an Lebensqualität.

sehkraft implantiert folgende Linsentypen:

Visian ICL®

Bei der Visian ICL®handelt es sich um eine auf Ihre Sehschwäche hin gefertigte, hervorragend verträgliche Collamer®Linse – wir sprechen auch von der Kontaktlinse im Auge. Diese kann auch extreme Fehlsichtigkeiten korrigieren. Sie wird in einem ca. 15-minütigen, ambulanten Eingriff von einem speziell qualifizierten, erfahrenen Augenarzt im Inneren des Auges platziert. Das Collamer®ist ein technologisch ausgereiftes Linsenmaterial auf Collagen-Basis, das wiederum einen wesentlichen körpereigenen Bestandteil unseres Bindegewebes bildet. In der Visian ICL®verarbeitet macht es die Linse hochgradig biokompatibel, das heißt, sie wird vom Körper nicht als Fremdkörper wahrgenommen.

Dauerhaft aber reversibel

Material und Konstruktion Ihrer Visian ICL®sind geeignet, Ihre Sehleistung dauerhaft zu optimieren. Einer der größten Vorteile dieser Technologie besteht jedoch darin, dass sie reversibel ist. Mit dem Alter zum Beispiel verändert sich unser Sehvermögen, und irgendwann unterziehen Sie sich vielleicht einer Katarakt-Operation. Dabei wird Ihre am Grauen Star erkrankte natürliche Linse durch eine künstliche ersetzt. Bei Bedarf kann dann Ihre Visian ICL®ebenfalls gleichzeitig entfernt oder ausgetauscht werden.

Chancen & Risiken

Durch die phake Linsenimplantation können auch extrem fehlsichtige Menschen unabhängig von Brille oder Kontaktlinsen werden. Die Implantate sind sehr gut verträglich und können jahrzehntelang im Auge verbleiben ohne ihre Eigenschaften oder ihre Stabilität einzubüßen.



Auch wenn die Risiken heute denkbar gering sind, ist eine individuelle Prüfung des Problems eines Patienten und eine entsprechende Lösungsanalyse unter Berücksichtigung aller Eventualitäten und Möglichkeiten notwendig. Das Risiko ernsthafter Komplikationen ist bei der Implantation von phaken Linsen als äußerst gering einzuschätzen.

Erhöhung des Augeninnendruckes

In ganz seltenen Fällen kann es zu einem Anstieg des Augeninnendruckes (Grüner Star) kommen. Deshalb kontrollieren wir Ihren Augeninnendruck in den ersten Tagen nach dem Eingriff regelmäßig.

Halos und Glare

Bei Dämmerung bzw. Dunkelheit und damit weiter Pupille kann es durch Lichtbrechung am Rande der Kunstlinse zu vermehrter Blendung kommen. Dies kann zu ähnlichen Erscheinungen während nächtlicher Autofahrten führen, wie sie Träger von harten Kontaktlinsen kennen.

Trübung der natürlichen Linse

In seltenen Fällen kann eine ICL zu einer vorzeitigen Trübung der körpereigenen Linse (s. Grauer Star) führen. Eine solche Veränderung zieht dann eine zweite Operation mit Austausch beider Linsen gegen eine neue Kunstlinse nach sich. Auch nach dieser Operation liegt überlicher Weise weiterhin Brillenfreiheit vor. 

KostenInvestieren Sie in Ihre Augen, der Mehrwert an Lebensqualität ist unbezahlbar

Die Kosten für die phake Linsenimplantation betragen je nach Linsentyp zwischen ca. € 2.750 und 4.200 pro Auge.



Refraktiv-chirurgische Eingriffe sind von der Bundesärztekammer in den Katalog der individuell zu finanzierenden Gesundheitsleistungen (IGeL) aufgenommen worden. Daher werden die Behandlungskosten grundsätzlich nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.



Private Krankenkassen entscheiden im Einzelfall, ob Sie die Behandlung bezuschussen. Wir möchten Sie bitten, das direkt mit Ihrem Versicherer zu klären.



Ein kleiner Trost: in der Regel ist es aber möglich, die Behandlungskosten als außergewöhnliche Belastung steuermindernd geltend zu machen.

Antworten auf Ihre FragenFür wen kommen phake Linsen infrage?

Selbstverständlich kann man das erst nach einer gründlichen Untersuchung und einem ausführlichem persönlichen Gespräch sagen. Grundsätzlich aber gilt:



  • Es sollten keine weiteren Augenerkrankungen vorliegen

  • Ihre Sehkraft sollte sich ein Jahr lang nicht verändert haben
- Sie sollten über 18 Jahre alt sein

  • In der Schwangerschaft implantieren wir wegen der erforderlichen Anästhesie keine Linsen

Welche Kontraindikationen gibt es?

Selbstverständlich kann nur nach einer ausführlichen Untersuchung durch einen Spezialisten festgestellt werden, ob der Patient für eine Operation geeignet ist. Es gibt aber einige Parameter, die grundsätzlich gegen die Implantation einer Linse sprechen.




Dazu gehören Erkrankungen wie Glaukom (Grüner Star), Keratokonus, Iritis und Uveitis sowie Augenverletzungen oder frühere Augenoperationen.




Eine Kunstlinse beansprucht einen gewissen Platz im Auge. Ist dieser nicht vorhanden (Messung der Vorderkammertiefe), liegt dieser Wert also unter 2,8mm, lehnen wir eine Operation ab.


Seit wann werden ICLs implantiert?

Die ICL wurde Ende 1993 zuerst in Österreich eingesetzt und seit 1994 auch in Deutschland. Weltweit wurden bisher ca. 550.000 ICL implantiert. Die ICL ist ein nach strengen Qualitätsvorgaben und gemäß den CE-Richtlinien für Medizinprodukte gefertigtes Implantat. Die Linse und die Implantationstechnik wurden kontinuierlich weiterentwickelt und die Ergebnisse sind hervorragend.

Ist eine Nachkorrektur möglich?

Ja. Bei bestehender Restfehlsichtigkeit kann eine LASIK in Betracht gezogen werden. Es ist auch möglich, die Linse auszutauschen.

Ist die ICL im Auge zu sehen?

Nein.

Gibt es Langzeitstudien über die Verträglichkeit der Linsen?

Es gibt eine ganze Reihe verschiedener ICL-Linsen. Alle Linsen bestehen aus Collamer™ (Kollagen-HEMA-Polymer), einem in höchstem Maße bioverträglichen Material, das sich flexibel verarbeiten lässt.

Wie lange hält die Linse?

Die Linsen können jahrzehntelang im Auge verbleiben, ohne ihre Eigenschaften oder ihre Stabilität einzubüßen.

Ist die Linse im Auge zu spüren?

Nein, da sich die Kunstlinse im Augeninneren befindet. Ein Fremdkörpergefühl tritt im Allgemeinen nur auf, wenn sich Partikel auf der Augenoberfläche befinden.