Chancen und Risiken

Der Refraktive Linsenaustausch ist identisch mit der Katarakt-Operation, dem häufigsten operativen Eingriff in der Augenchirurgie. Das Verfahren ist deshalb außerordentlich standardisiert und sicher. Trotzdem bestehen auch hier, wie bei jedem anderen medizinischen Eingriff auch, gewisse Risiken.

Das Risiko ernsthafter Komplikationen ist bei richtiger Indikationsstellung als äußerst gering einzuschätzen. Das Risiko an einem solchen Eingriff zu erblinden, ist nahezu ausgeschlossen.

Bitte bedenken Sie, dass eine multifokale Kunstlinse nicht die Bildqualität bieten kann, die mit der natürlichen Augenlinse und zusätzlicher Brillenkorrektur erreicht wird. Sie soll Sie unabhängig von Brille oder Kontaktlinsen machen und dabei eine gute Sehschärfe in Ferne und Nähe ermöglichen.

Nebenwirkungen

Halos und Glare

Vor allem bei Dämmerung oder Dunkelheit und damit weiter Pupille kann es durch Lichtbrechung am Rand der Kunstlinse zu vermehrter Blendung kommen. Dies kann zu ähnlichen Erscheinungen während nächtlicher Autofahrten führen, wie sie Träger von harten Kontaktlinsen kennen.

Nachstar

Bei Techniken, die Teile der Linsenkapsel (besonders die hintere Kapsel) als Stützstruktur im Auge belassen, kann es zu einer feinen Trübung, dem sogenannten Nachstar, kommen. Diese kann man ohne Betäubung mit dem YAG-Laserstrahl beseitigen.

Erhöhter Augeninnendruck

In seltenen Fällen kann es vorübergehend zu einem Anstieg des Augeninnendrucks kommen. Deshalb kontrollieren wir Ihren Augeninnendruck in den ersten Tagen nach dem Eingriff regelmäßig und verordnen gegebenenfalls regulierende Medikamente, die den Augeninnendruck wieder senken.

Vermehrte Blendung

Bei Dämmerung bzw. Dunkelheit kann es je nach Linsentyp durch die Lichtbrechung am Rande der Kunstlinse zu vermehrter Blendung kommen. Dies kann zu ähnlichen Erscheinungen während nächtlicher Autofahrten führen, wie sie Träger von harten Kontaktlinsen kennen. Oftmals wird das Phänomen als absolut identisch mit „Lichtkreise um Scheinwerfer sehen“ empfunden, was für die meisten Patienten auch vor der Operation schon normal war. Positiv ist, dass in den ersten 12 Monaten nach der Implantation eine neuronale Anpassung durch das Gehirn stattfindet und die Phänomene meist komplett verschwinden.

Kapselruptur

Äußerst selten hält die hintere Kapsel der Belastung der Operation nicht stand. Dann muss der Eingriff gegebenenfalls erweitert und die Auswahl der zu implantierenden Linsen angepasst werden.

Durchblutungsstörungen der Netzhaut

Ebenfalls extrem selten kommt es nach der Operation zu Durchblutungsstörungen der Netzhautmitte. Diese Nebenwirkung tritt vor allem bei stark kurzsichtigen Patienten auf und ist im Wesentlichen abhängig von der Netzhautempfindlichkeit des Patienten. Mit unserer atraumatischen OP-Technik und den kleinen Inzisionen (Schnitten) sowie der Verwendung des Femtolasers reduzieren wir aber auch hier das Risiko auf ein Minimum.

Postoperative Infektion

Wie bei jedem operativen Eingriff besteht auch nach der Linsenimplantation ein wenn auch nur äußerst geringes Risiko (1:10.000) einer postoperativen Infektion. Diese ist meist durch Medikamente gut kontrollierbar. In extrem seltenen Fällen können weitere Eingriffe notwendig sein. Sie bekommen deshalb prophylaktisch antibiotische Augentropfen vor, während und in den ersten Wochen nach der Operation. Bitte halten Sie sich daher unbedingt an Ihren Tropfplan.